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RÜCKHAND VERGLEICH: EINHÄNDIG vs. BEIDHÄNDIG

WELCHE VORTEILE HAT EINE BEIDHÄNDIGE RÜCKHAND GEGENÜBER EINER EINHÄNDIGEN RÜCKHAND? KANN MAN DAS ÜBERHAUPT SO PAUSCHAL BEANTWORTEN? FÜR WELCHE VARIANTE SOLLTE ICH MICH AM BESTEN ENTSCHEIDEN?

Wenn ich mich so auf den Tennisplätzen umschaue, muss ich klar sagen, dass die beidhändige Rückhand doch dominierend ist. Mir fällt jedoch auf, dass mit steigendem Alter die Tendenz eher zur einhändigen Rückhand geht. Meine Vermutung ist, dass es mit den „Vorbildern“ der jeweiligen Zeit zusammenhängt. Becker, Stich, Graf, Lendl etc. waren alles Verfechter der einhändigen Rückhand und sehr erfolgreich (auch in den Medien). Aktuell sind es Djokovic, Nadal und Djokovic. Ein Blick auf die aktuelle ATP-Weltrangliste zeigt, dass 7 der aktuellen Top10-Spieler Beidhänder sind. Dominik Thiem, Roger Federer & der aktuelle World Champion Stefanos Tsitsipas zählen zu den Verfechtern der einhändigen Rückhand. 

Ich persönlich habe früher auch die beidhändige Rückhand bevorzugt. Im Tenniscoaching bevorzuge ich mittlerweile jedoch immer häufiger die einhändige Rückhand. Optisch gesehen ist mein Favorit ganz klar die einhändige Rückhand. 

Aber kommen wir zum Punkt. Hat die eine Variante mehr Vorteile gegenüber der anderen? Hier meine persönliche Einschätzung bezogen auf Return, Grundschläge, Volley.

RETURN

Mit der beidhändigen Rückhand habe ich mehr Stabilität jedoch eine geringere Reichweite. Einhänder haben oftmals den Vorteil, dass sie bei einem Slice-Return viel mehr Gefühl und Kontrolle haben.

GRUNDSCHLAG (VH/RH)

Im Hinblick auf Power und Kontrolle gibt es eigentlich keinen Unterschied. Kommt der Slice zum Einsatz, ist jedoch der Einhänder klar im Vorteil. Die dominierende Hand beim Beidhänder (Rechtshänder) ist die linke Hand (Topspin, Drive). Somit muss hier „umgedacht“ werden und die normalerweise nicht-dominante Hand kommt zum Einsatz. Für den Einhänder ist bis auf den Griffwechsel und Beschleunigung vorwärts-abwärts kein großes Umdenken notwendig. 

Spielt der Gegner jedoch starke TopSpin Schläge auf die einhändige Rückhand sehe ich doch die beidhändige Rückhand wiederum leicht im Vorteil. Der Einhänder muss hier einen Griffwechsel vornehmen um das Handgelenk flexibler zu machen (drop-down) und hat er immer wieder zu kämpfen, wenn der Treffpunkt nicht optimal ist. Bedeutet: je weiter oben der Treffpunkt, desto weniger Hebel hat der Einhänder und darum wird oftmals ein ungewollter Slice-Ball oder ein geschobener Rückhand-Ball zurück gespielt. Mit dieser Taktik hat übrigens vor Jahren Nadal gegen Federer einen seiner vielen French Open Titel holen können.

VOLLEY

Mit Blick auf den Vorhand-Volley gibt es keinen großen Unterschied. Beim Rückhand-Volley vergebe ich ganz klar meinen Punkt an den einhändig spielenden Rückhandspieler, da viel mehr Stabilität im Handgelenk vorhanden ist. Insbesondere im Damentennis wird von beidhändigen Spielerinnen oftmals der Volley auch mit zwei Händen am Griff gespielt. Ich würde sagen, leichter Vorteil für die einhändige Rückhand.

Bist du jetzt schlauer? Vor wenigen Wochen fand das Finale der ATP-Finals in London zwischen Dominik Thiem und Stefanos Tsitsipas statt. Beides Einhänder!! Zudem ein Roger Federer (auch Einhänder!) im Halbfinale. Somit ist in den Medien, als auch im Social Media wider die einhändige Rückhand mehr gehiped. 

Fazit von mir: Du entscheidest, wobei dein Trainer dich dabei unterstützen sollte, die für dein Spiel sinnvollste Lösung zu finden.

 

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