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FUCK OFF – Wenn Angst dein Motivator wird (Teil II)

Wir gehen der Frage nach, was eigentlich passiert, wenn unsere Angst zum Motivator wird. Zudem gebe ich dir Aufschluss, warum Wahrnehmung und Beurteilung dabei so eine große Rolle spielen und warum du mit Angsthasen künftig kein Doppel mehr spielen solltest. Time - ready to play 🙂

Schön, dass du dir auch den zweiten Blogartikel der Serie zum Thema Angst nicht entgehen lässt.

Diese Woche hatte ich ein Tenniscoaching mit drei Damen. Allesamt Freizeitspielerinnen, die einmal pro Woche ins Training kommen und Mitte des Sommers mit dem Tennis begonnen haben. So weit so gut, wäre da nicht ihr Gesichtsausdruck. Hier kannst du die Angst in deren Gesichtsausdruck förmlich sehen und sogar spüren. Angespannter Gesichtsausdruck, starrer Blick, Abbremsen des Schlägers direkt am Treffpunkt & alle spielen deutlich unter ihren Möglichkeiten.

„Warum drückst du nicht das Gaspedal? Was hindert dich daran los zu lassen?“ fragte ich eine der Teilnehmerinnen. Ihre Antwort hatte mich nicht überrascht, vielmehr ihre Klarheit, dass sie sich selbst bewusst ist, woran es liegt und es trotzdem nicht schafft, aus dem Quark zu kommen und den Stein der Veränderung ins Rollen bringt. „Florian, wir Frauen haben manchmal so einen Sicherheitsgedanken, der uns daran hindert, manchmal über unseren Schatten zu springen.“

SICHERHEIT & KLARHEIT. Das sind die entscheidenden Punkte.

Weißt du noch, was ich dir im Teil I unserer Reihe zum Thema Sicherheit mit auf den Weg gegeben habe? Dass die Angst die wir heute empfinden, schlichtweg einen Sicherheitsimpuls darstellt den wir dankend angenommen haben und ihn in einen egogesteuerten Drang verfälscht haben, um uns emotional sicher zu fühlen. Hey Leute: Sicherheit bedeutet keinen Fortschritt. Immer im Kreis drehen. Keine Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten. So wirst du nie den Ball deines Lebens spielen. Du musst den Bauchplatscher vom 10-Meter Brett riskieren und das Gefühl des Handelns erleben, um die Angst zu besiegen.

Du kannst nicht immer darauf vertrauen, dass dir jemand Nestwärme schenkt. Irgendwann musst du pflüge werden. Ich erinnere mich noch ganz gut, als meine Tochter irgendwann selbständig ihren Weg in der Krippe gehen musste. Ohne Mama und Papa. Klar, war da Angst dabei. Aber mit der Zeit und einer gewissen Portion Mut war hier die Angst weg und Selbstvertrauen ist entstanden.

Tipp: Mache dir mal Gedanken, wie oft du schon in deinem Leben Angst gegen Mut eingetauscht hast. Und das sind einige Male. Da bin ich mir sicher. Schreibe alle deine positiven Erlebnisse auf ein Blatt Papier und lasse noch etwas Platz für deine nächste Erfolgsstory.

Was passiert, wenn ich nichts unternehme? Wenn dieser Angstteufel über dich herrscht und den permanenten Antreiber auf dem Tennisplatz spielt?

  1. Wir verlieren unsere emotionale Mitte sowie unsere geistige Klarheit. Alles was du dir vornimmst, wird sich nicht in die Tat umsetzen lassen. Du wirst das Spiel nicht gewinnen, geschweige den einen Punkt erzielen.
  2. Dein Verhalten reduziert sich auf Selbstschutz. Statt Punkte zu gewinnen wirst du versuchen Fehler zu vermeiden. Spielfreude adé. Deine Fähigkeiten offen gegenüber neuen Trainingstipps und -verhaltensweisen wird sich einschränken. Du bleibst auf der Stelle stehen.
  3. Deine Fähigkeiten des Handelns gehen verloren. Du reagierst nur noch auf dem Tennisplatz statt selbst auf den Winner zu gehen.
  4. Dein Selbstvertrauen sowie deine Selbstbewusstsein sind im Keller
  5. Deine Ambitionen, dein ursprüngliches Ziel, die Faszination Tennis zu erlernen und zu erleben rücken in weite ferne.
  6. Du reagierst emotional auf dem Tennisplatz. Dein Verhalten ist zaghaft und wirkt gestresst.
  7. Du wirst feige. Häufig: du meidest deine Rückhand, weil sie zweimal nicht so geklappt hat, wie gewollt.
  8. Du nimmst dich zurück.

Ergebnis: Du verlierst dein Verantwortungsbewusstsein dir gegenüber und noch viel Schlimmer. Dein Verhalten ist verantwortungslos gegenüber den anderen Trainingsteilnehmern. Denn deine Angst hat nicht nur dich besiegt, sondern schwappt auf die anderen über. Deren Fortschritt sinkt ebenso rapide. Willst du das?

Also, nimm dein Herz in die Hand. Schnapp dir einen Ball. Gehe an die Linie und zünde ein Ace heraus. Überrasche alle. Du kannst das!

Also, komm. Lass es uns gemeinsam tun. Und damit es ab sofort auch zu 100 Prozent klappt, gebe ich dir auch noch etwas Backroundwissen mit auf den Weg.

Wenn du in einen Angstzustand kommst löst das bei dir Stress aus. Aber Stress erzeugt bzw. verstärkt wiederum deine Angst. Nur eines sollst du wissen:

Stress, bedeutet nichts anderes wie das Streben nach einer Veränderung. Jeder, wirklich jeder von uns hat Stress. Die entscheidende Frage ist nur, wie du künftig damit umgehst. Als erstes solltest du deine Stressoren auf dem Tennisplatz kennen.

„Ich gerate in Stress, wenn ich nicht weiß, ob der Gegner kurz, lang, flach, hoch, schnell, rechts, links, Slice, Topspin oder einen geraden Schlag spielt, ans Netz vor kommt, mich ans Netzt lockt, ich Vorhand oder Rückhand spielen soll usw..“ 

Dies alles sind unsere Stressoren, die Stress bei uns auslösen. Diese hat jeder. Individueller Natur ist jedoch, wie wir darauf reagieren. Hinzu kommen bei dem ein oder anderen auch noch sogenannte Stressversärker. „Ich setze mich selbst unter Stress, indem…“ Diese Stress- oder Persönlichkeitsverstärker sind individuell unterschiedlich ausgeprägt und lassen sich oftmals in Ungeduld, Perfektionismus und erlebte Enttäuschungen in der Vergangenheit unterteilen. Das Thema Unsicherheit kommt im Tennis auch noch erschwerend dazu, da wir viele Stressoren auch gar nicht beeinflussen können. Wir wissen nicht, welchen Ball der Gegner spielen wird. Darum gilt, es diese Unsicherheit einfach als gegeben anzunehmen und zu akzeptieren.

Wie lautet jetzt die Lösung? Diese liegt in der Stressreaktion. Und genau diese lässt sich trainieren. Ich muss mich nicht meinem Schicksal ergeben. Nein, ganz im Gegenteil. Will ich erfolgreich sein, dann sollte ich mich genau mit diesen Stressreaktionen befassen, indem ich alte Muster reflektiere und überlege, was ich ändern kann, um (wieder) erfolgreich zu werden.

ERFOLG = VORBEREITUNG + GELEGENHEIT

Für meine Vorbereitung ist es wichtig, all meine Stressoren zu kennen. Welcher dieser Stressoren lassen sich beeinflussen, welche muss ich als gegeben annehmen (z. B. Naturelle Gegebenheiten, wie Wind, Regen, Sonne). Darum setze dich hin und mache dir einen Plan, wie du künftig mit jedem einzelnen Stressfaktor umgehen möchtest. Streiche den Satz „Ich gerate in Stress, wenn…“ und tausche ihn in „Wenn der Gegner, den Ball…spielt, dann….“ Du bist jetzt vorbereitet und gehst damit gelassener mit der Situation um. Das war Punkt 1 meines Actionplans für dich: die Wahrnehmung der Situation, indem ich mir im Vorfeld darüber Klarheit verschaffe. Danach erfolgt Punkt 2: die Beurteilung. Welche Möglichkeiten stehen mir also jetzt zur Verfügung. Dies gehört auch zum Teil der Vorbereitung. Ich muss mich lediglich mit der Situation (Punkt 1) auseinandersetzen. Was folgt ist die Entscheidung. Punkt 3 dient der Lösung. Und nicht wieder in alte Muster verfallen und mehrere Lösungen auf einmal suchen, um dann kurz vor Schluss dein Herz in die Hose rutschen lassen und die Muffe zu kriegen. Nein. Klarheit. Einen Lösungsansatz. Das reicht fürs erste. Und last but not least kommt die Gelegenheit. Du hast in Punkt 1-3 gesät. Jetzt gilt es zu ernten. Auf diesen Moment hast du gewartet. Hier war früher deine Angst. Jetzt ist da aber Mut. Weil du bestens vorbereitet bist. Keep going. Und wenn es nicht klappt? Dann lernst du aus deinem Fehler, bewertest deine Handlung und weiter geht´s.

Verfolge diesen Actionplan. Schreibe mir gerne, was sich bei dir verändert hat.

 

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